synagogenbesuch
Am 9. Mai fuhren alle neunten Klassen mit ihren Religions-/Ethik-Lehrern Frau Piram, Herr Schmid, Herr Niemann und Herr Lauber mit dem Zug nach Zürich und besuchten die größte Synagoge in Zürich. Die Jungen mussten vor dem Betreten der Synagoge eine Kopfbedeckung (Kippa) aufsetzen. Dies ist eine Pflicht, da Männer als stark angesehen werden. Bei Mädchen dagegen spielt die Seele eine wichtige Rolle. Darum müssen sie keine Kopfbedeckung tragen.
Zunächst wurden uns die Räumlichkeiten und die Sitzplätze für die Männer gezeigt. Jeder Jude der Gemeinde hat seinen eigenen Sitzplatz mit Fach, indem z.B. Gebetsbücher gelagert werden. Bei einem Todesfall wird der Sitzplatz in der Familie weitergegeben.
Für die Männer ist es Pflicht, morgens und abends die Synagoge zu besuchen. Frauen dagegen können frei entscheiden, müssen jedoch in der oberen Etage Platz nehmen. Allerdings dürfen sie ihre Haare nicht in der Öffentlichkeit zur Schau stellen und tragen daher oftmals eine Perücke.
Insgesamt besitzt diese Synagoge 15 Thorarollen, die mit einem Tuch bedeckt sind und nicht mit der nackten Hand angefasst werden dürfen. Während des Betens tragen die Männer über dem Rücken einen Tallit (Gebetsmantel), der 5 Knoten und 8 Fäden hat. Diese Zahlen gehören zu den 613 Regeln des Judentums.
Ein kleines Licht, das immer leuchtet, erinnert an die verstorbenen Juden im 2.Weltkrieg. Weitere rote Lichter stehen für die kürzlich verstorbenen Menschen der Gemeinschaft.
Zudem sind in der Synagoge keine Bilder von Gott, keine Kreuze oder Denkmäler vorhanden.
Außerdem erklärte sie uns, dass jeder Jude einen Gebetsriemen (Tefillin) besitzt, der aus schwarzem Leder ist, der die Verbindung zu Gott darstellen soll.
Jeder Sabbat (unser Samstag) wird bei jüdischen Familien mit einem großen Festessen gefeiert.
Ein weiteres Fest ist die Bar Mitzwa/Bat Mitzwa, die man mit unserer Kommunion (katholisch) vergleichen kann. Dabei werden Jungen und Mädchen zu offiziellen Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft.
Auch die Beschneidung (ähnlich wie die Taufe), die bei Jungen im Alter von acht Tagen durchgeführt wird, ist eine wichtige Tradition im Judentum.
Nachdem wir die Besichtigung beendet hatten, fuhren wir wieder nach Hause. Somit ging ein interessanter Tag zu Ende, an dem wir viel Neues gelernt hatten.

Bericht: Maja Isele & Gloria Iampietro (9a)