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Ein Schulbus, der eine Vollbremsung macht und Schüler, die sich im Bus krampfhaft festklammern, um nicht zu stürzen und nach vorne an die Frontscheibe zu donnern. Diese Beobachtung konnte man an zwei Unterrichtsvormittagen in Jestetten an der Realschule machen.
Glücklicherweise war dies aber keine unfallträchtige Situation, sondern Bestandteil des so genannten Busfahrtrainings, welches mit allen Fünftklässlern der Realschule durchgeführt wurde. Dieses Training fand im Rahmen der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion „Gib Acht im Verkehr“ statt.
Um den jungen Fahrgästen die „Bus fahren – aber richtig“ genannte Aktion näher zu bringen, war die Polizei ins Schulhaus gekommen. Im Rahmen eines einstündigen Theorieteils wurden die Schülerinnen und Schüler von den Waldshuter Verkehrspolizisten Michaela Jehle und Jürgen Spill über die besonderen Gefahrensituationen beim Busfahren aufgeklärt. Inhalte dieser Schulstunde waren etwa die Verkehrsregeln, das korrekte Verhalten im Bus, die Gefahren des Drängelns oder auch Sachbeschädigungen durch Vandalismus. Nach der Bewusstmachung und Sensibilisierung für diese Themen ging es, zusammen mit den jeweiligen Lehrkräften der vier fünften Klassen, Peter Niemann, Katharina Späth, Martina Fuchs und Renate Weiermann-Schaub, auf die Straße vor dem Schulgebäude. Dort wurden fahrpraktische Demonstrationen gezeigt und Übungen im und am Bus durchgeführt. Hierzu war eigens der Busunternehmer Andreas Griesser mit seinem 18 Tonnen schweren Omnibus gekommen. Er demonstrierte auf der, an diesem Tag für den Straßenverkehr gesperrten, Straße eindrücklich, wie weit ein Bus beim An- und Wegfahren an einer Haltestelle mit dem Heck ausschwenkt. Den Schülern wurde damit bewusst gemacht, wie wichtig ein ausreichender Sicherheitsabstand zur Straße und Bushaltestelle ist. Um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Bereiche rings um einen solch großen Bus vom Fahrer tatsächlich eingesehen werden können oder eben auch nicht, durften alle Fünftklässler auf dem Fahrersitz Platz nehmen und den so genannten toten Winkel „erfahren“.
Andreas Griesser informierte über die zulässige Anzahl an Sitz- und Stehplätzen, erklärte den Unterschied zwischen dem Reisebus- und dem Linienbusverkehr, zeigte die Festhaltemöglichkeiten und Sicherheitseinrichtungen in seinem Bus, wie etwa den Nothammer, und mahnte die notwendige Ordnung an. So gehören Schultaschen und Rucksäcke unter den Sitz oder zwischen die Beine gestellt, da diese, im Flur stehend, ein großes Gefahrenpotential darstellen.
Eindrücklich für die interessierten Fünftklässler war, wie viel mehr Zeit das Einsteigen in den Bus kostet, wenn man drängelt, anstatt sich geordnet in einer Reihe anzustellen und einzusteigen. Klassenlehrerin Renate Weiermann-Schaub stellte sich mutig zur Verfügung, um zu zeigen, dass ein Einquetschen in eine Bustür unmöglich ist. Mittels Sensoren wurde sie „bemerkt“ und die Tür öffnete sich sofort wieder und sie konnte unverletzt aussteigen.
Am beeindruckendsten für alle Fünftklässler und deren Lehrer waren die Brems-Demonstrationen, bei denen der Bus mit 20 km/h und 30 km/h bis zum völligen Stillstand abgebremst wurde. Die im Bus sitzenden oder auch stehenden Schüler spürten dabei die enormen Kräfte, die beim Bremsen frei werden. Sie verstanden nun, wieso es so wichtig ist, sich stets gut festzuhalten oder auch, dass man an einer Bushaltestelle oder entlang der Straße nicht rumtollen oder gar Mitschüler schubsen sollte, so dass ein Fahrzeug gezwungen wäre, abrupt zu bremsen.
Diese jeweils 2 Schulstunden pro Klasse waren für die Schüler sehr lehrreich und diese wissen nun um das korrekte Verhalten an der Bushaltestelle und im Bus, dem Verkehrsmittel Nummer 1 auf deren Schulweg.
Schulleiter Peter Haußmann dankte nach diesen zwei Unterrichtsvormittagen im Namen der Schüler und Lehrkräfte den beteiligten Polizeibeamten Michaela Jehle und Jürgen Spill, wie auch dem Busunternehmer Andreas Griesser für die Durchführung dieses Busfahrtrainings, das in den kommenden Schuljahren zum festen Bestandteil in allen fünften Klassen werden soll.
 
Bericht: Herr Haußmann
 
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